Zu wenig Knochen?

Knochenschwund


Der Kieferknochenabbau ist, abgesehen von iatrogenen Ereignissen, eine physiologisch normale Reaktion des Körpers.
Generell werden insbesondere folgende Genesen unterschieden:

  • Bakteriell verursachte chronische Entzündungen an Zähnen (Parodontitis), Granulome an den Wurzelspitzen und Zysten,
  • Entzündungen an Implantaten (Periimplantitis),
  • Das Fehlen von Zähnen,
  • Das Tragen von Zahnprothesen

Sofort nach dem Verlust eines oder mehrerer Zähne beginnt der Körper damit, den Kieferknochen abzubauen. Der Organismus passt sich ebenso ökonomisch wie schnell an die sich
verändernden Bedingungen an, sobald eine bestimmt Funktion,
der Halt von Zähnen im Kiefer, wegfällt. Zunächst schwindet die
Knochenbreite, dann die -höhe. Im Oberkiefer-Seitenzahnbereich breitet sich zudem die Kieferhöhle in Richtung Mundhöhle aus, der Knochen verschwindet fast vollständig. Ähnlich einem Muskel, der nicht mehr trainiert wird. Auch die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns (Gedächtnisfunktion) nimmt ab, wenn es weniger gefordert wird.
 

Die Resorptionsklassen (RKL) 1 - 6 nach Atwood in der Unterkieferfront nach Zahnverlust.

 

Fehlende funktionelle Reize

Knochen, und zwar generell überall im Körper, braucht also zu seinem Erhalt permanente, physiologisch normale Reize, nämlich Zug-Belastungen. Immer wird am Knochen gezogen, z. B. am Unterarmknochen, wenn sich durch den Muskelzug der Arm hebt.

Aber wie wird am bezahnten Kieferknochen „gezogen“?
Der Zahn ist in seinem Zahnbett (Parodontalspalt) mittels unzähliger, mikroskopisch feinster Haltefasern (Sharpeysche Fasern) in den Knochen „gehängt“. Wird nun beim Kauen der Zahn belastet (rote Pfeilchen im Schema rechts), werden diese Haltefasern ähnlich einem Gummiband gestretched, gedehnt. Hierbei zieht (!) der Faseransatz am angrenzenden Knochen. Dieser Stimulus erhält die Funktion und das Volumen des Kieferknochens.

Ungedehnte Haltefasern.
Unbelastete Fasern hier schwarz.

Gedehnte Haltefasern – hier schwarz dargestellt.
Im Schema weiß: Fasern in Ruhe.


Implantate hingegen sind mit dem Knochen fest verwachsen. Haltefasern gibt es hier nicht. Die knöchernen Strukturen um Implantate herum erhalten sich dadurch, dass die entstehenden Kräfte beim Zubeißen über die Implantate in (!) den Kieferknochen weiter geleitet werden.
 

Was beschleunigt den Knochenschwund?

Knochen, also auch der Kieferknochen, ist daher niemals auf Druck belastbar. Wird der Kiefer beim Kauen über die herausnehmbare Prothese also entsprechendem Druck ausgesetzt, wirkt der Druck auf (!) den Knochen ein und der Knochen schwindet dramatisch schneller.
In der Folge sitzen Voll- oder Teilprothesen immer lockerer.
Unterfütterungen können den Knochenabbau nicht verhindern.

Der Kieferknochenschwund kann zudem die Gesichtskonturen verändern. Das Gesicht verliert an Höhe und „vergreist“.
 

Das Bild zeigt links ein voll bezahntes Gebiss. Der Kieferknochen ist vollständig erhalten.
Eindrucksvoll zeigt das Bild rechts den langjährig unbezahnten, mit Totalprothesen versorgten Kieferknochen und wie sich der Kieferkamm in seiner Höhe dramatisch abgebaut hat. Zum Vergleich die Markierungspfeile, die den ernormen Höhenverlust verdeutlichen.
Im Unterkiefer-Seitenzahnbereich ist wegen der dortigen Lage der Hauptnerven die Implantation ohne aufwändige Intervention nicht mehr möglich.

 

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